Ergebnisse der ersten Projektphase (qualitative Studie)

Ergebnisse der ersten Projektphase (qualitative Studie)

Ziel des Pro­jekts Com­bi­na­ti­on ist es, ein kli­ma­freund­li­ches Mobi­li­täts­ver­hal­ten in Kiel und Schles­wig-Hol­stein her­bei­zu­füh­ren, indem für ver­schie­de­ne Ziel­grup­pen und deren Mobi­li­täts­be­dürf­nis­se Ange­bo­te ent­wi­ckelt wer­den, die für die­se Ziel­grup­pen so attrak­tiv sind, dass eine lang­fris­ti­ge und nach­hal­ti­ge Ände­rung ihres Mobi­li­täts­ver­hal­tens erfolgt. Dafür wur­de in der ers­ten Pro­jekt­pha­se über 30 Inter­views mit Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Kiel Regi­on durch­ge­führt, um Ein­bli­cke in ihr Mobi­li­täts­ver­hal­ten sowie ihre Wün­sche und Bedürf­nis­se hin­sicht­lich Mobi­li­tät zu erfah­ren. Die Stu­die bil­det die Grund­la­ge für die Ent­wick­lung kun­den­ori­en­tier­ter und nach­hal­ti­ger Ver­kehrs­mit­tel­an­ge­bo­te für die Kiel Region.

Vor­aus­set­zung für die Teil­nah­me war, dass die Befrag­ten in Kiel oder der umlie­gen­den Regi­on leben. Durch die­se vor­ab fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en konn­te sicher­ge­stellt wer­den, dass die Pro­ban­den wäh­rend des Inter­views fun­diert über ihr Mobi­li­täts­ver­hal­ten in der Kiel Regi­on berich­ten kön­nen. Für die fina­le Aus­wahl der Inter­view­teil­neh­me­rin­nen und Inter­view­teil­neh­mer wur­den neben der mög­lichst hohen Über­ein­stim­mung mit einem von acht Mobi­li­täts­ty­pen wei­te­re Fak­to­ren wie Geschlecht, Haus­halts­kon­stel­la­ti­on, Bil­dungs­ab­schluss und Wohn­ort berück­sich­tigt. Ziel war es, aus über 650 Anmel­dun­gen eine für die Regi­on Kiel annä­hernd reprä­sen­ta­ti­ve Unter­su­chungs­grup­pe für die Inter­views zusam­men­zu­stel­len und gleich­zei­tig das kom­plet­te Spek­trum an Mobi­li­täts­ty­pen und Mobi­li­täts­ver­hal­ten zu berücksichtigen.

Die meis­ten Inter­views wur­den mit den auf das Auto fokus­sier­ten Mobi­li­täts­grup­pen durch­ge­führt, um her­aus­zu­fin­den, wie die­se Men­schen für nach­hal­ti­ge­re Ver­kehrs­mit­tel zu begeis­tern sind. Der Schwer­punkt der Inter­views lag auf dem all­ge­mei­nen sowie dem spe­zi­fi­schen Mobi­li­täts­ver­hal­ten der Befrag­ten. Im Fokus stand der Weg zur Arbeit, Schu­le oder Hoch­schu­le, da die­ser in der Regel jeden Werk­tag zwei Mal anfällt und damit den am häu­figs­ten zurück­ge­leg­ten Weg dar­stellt. Auch das Mobi­li­täts­ver­hal­ten beim Ein­kau­fen oder in der Frei­zeit wur­den thematisiert.

Ergebnisse der ersten Projektphase (qualitative Studie)
Bei­spiel für eine Means-End-Ana­ly­se des Ver­kehrs­mit­tel PKW für die Regi­on Kiel

Her­aus kamen ins­ge­samt 24 Stun­den Inter­view­ma­te­ri­al mit über 1.500 rele­van­ten Aus­sa­gen. Die Sys­te­ma­ti­sie­rung und Struk­tu­rie­rung der Aus­sa­gen ergab, dass bei den ver­schie­de­nen Ver­kehrs­mit­teln Auto, Fahr­rad, Fuß­ver­kehr und ÖPNV die Fak­to­ren Nut­zungs­auf­wand, Bequemlichkeit/Komfort, fri­sche Luft/Bewegung, Pri­vat­sphä­re, Unab­hän­gig­keit und Fle­xi­bi­li­tät eine beson­de­re Rol­le spie­len. Sind die­se Fak­to­ren bei der Nut­zung eines Fort­be­we­gungs­mit­tels über­wie­gend gege­ben, führt dies zu einem Ent­span­nungs­mo­ment des Mobi­li­täts­nut­zers und zur Wahr­neh­mung von Wer­ten wie Frei­heit, Lebens­qua­li­tät und Selbst­be­stim­mung. Das Vor­han­den­sein wei­te­rer Fak­to­ren wie Schnel­lig­keit und Mög­lich­kei­ten des Gepäck­trans­ports kann die Nut­zung und Wahr­neh­mung eines Trans­port­mit­tels eben­falls posi­tiv beeinflussen.

Die­se Ergeb­nis­se wer­den nun zeit­nah in wei­te­ren Stu­di­en kri­tisch über­prüft und gege­be­nen­falls kor­ri­giert und erwei­tert. Dazu in Kür­ze mehr.

 

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